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der Zentralstelle KDV

Dr. Werner Glenewinkel neuer Vorsitzender der Zentralstelle KDV

17.11.2007 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Die Vertreter der 26 Mitgliedsorganisationen der Zentralstelle KDV wählten am 17.11.2007 in Berlin einen neuen Vorstand.

Einstimmig – wie alle anderen Vorstandmitglieder auch – wurde Dr. Werner Glenewinkel zum Vorsitzenden bestimmt. Er löst Barbara Kramer ab, die nicht wieder kandidierte, dem Vorstand aber weiterhin als Beisitzerin angehört. Wiedergewählt wurden die Präsidentin Dr. Margot Käßmann, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Michael Germer und Stefan Philipp, der Schatzmeister Hans-Jürgen Wiesenbach und die Beisitzer Ernst Potthoff und Herbert Schulz. Neu gewählt wurden der Wiesbadener Rechtsanwalt Eberhard Kunz und Berliner Politologe Ralf Siemens.

Dr. Werner Glenewinkel (62) ist Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bielefeld. Der Arbeit der Zentralstelle KDV ist er seit langem verbunden.

Zum einen aus eigenen KDV-Erfahrungen: Nach 2 Jahren bei der Bundeswehr entwickelte sich während des Jura-Studiums und intensivem hochschulpolitischem Engagement eine Gewissensentscheidung gegen den Kriegsdienst. 1972 hat er den Kriegsdienst verweigert, ist aber einer der rechtskräftig nicht anerkannten Kriegsdienstverweigerer. In den 1980er Jahren war er Beisitzer in einer „Prüfungskammer“ für Kriegsdienstverweigerung.

Zum anderen über das Thema „Krieg und Frieden“: Engagement in der Friedensbewegung; Mitglied in der der Bunten Liste Bielefeld - später von Bündnis90/Die Grünen – und Austritt aus der Partei, weil diese den Kosovo-Krieg befürwortete; Suche nach zivilen und konstruktiven Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten wie „Vorrang für zivil“ im Bund für soziale Verteidigung (BSV).

In seiner Bewerbung für den Vorsitz betonte Dr. Glenewinkel, sich um Kontinuität in der Vorstandsarbeit zu bemühen und gleichzeitig die gesellschaftspolitische Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung stärken zu wollen. Er griff einen Satz aus der Rede der Präsidentin zum 50-jährigen Bestehen der Zentralstelle KDV auf - „Unser Engagement für Kriegsdienstverweigerung hat zusätzliche Auswirkungen, die zur Friedensfähigkeit unserer Welt beitragen.“ - und führte dazu weiter aus: Friedensfähigkeit bedürfe sowohl der individuellen Gewissensentscheidung als auch des gesellschaftlichen Eintretens für die uneingeschränkte Achtung der Glaubens- und Gewissenfreiheit; ein Bemühen um konstruktive Konfliktbearbeitung im Alltag und der Aufruf zu Toleranz auf allen Gebieten der Kultur seien ebenso erforderlich wie ein Engagement für nachhaltige Entwicklung - zwischen den Menschen und in der Zusammenarbeit zwischen den Völkern.

Alle Vorstandsmitglieder sind auf der Homepage der Zentralstelle KDV unter Vorstand zu finden.

Auf der Mitgliederversammlung legte der bisherige Vorstand, dessen Wahlperiode routinemäßig zu Ende ging, einen Bericht über die Arbeit der letzten drei Jahre – insbesondere über die Aktivitäten des letzten halben Jahres – vor. Eine deutliche Rolle spielt dabei die Ungleichbehandlung. Festzustellen ist, dass die Kriegsdienstverweigerer in der Musterungspraxis und bei den Einberufungen immer noch und immer wieder schwere Benachteiligungen hinnehmen müssen. Einige 10.000 Kriegsdienstverweigerer werden jedes Jahr zum Zivildienst herangezogen, obwohl die Bundeswehr sie nie zum Wehrdienst herangezogen hätte. Den Bericht mit weiteren Details finden Sie auf der Homepage der Zentralstelle KDV unter Aktueller Bericht November 2007.

 
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