Presseinformationens-Archiv
der Zentralstelle KDV

Wehrpflicht verursacht Jugendarbeitslosigkeit

05.02.2003 - Peter Tobiassen - Telefon: 0421/340025

Im Blick auf die bevorstehende Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen für Januar 2002 durch die Bundesanstalt für Arbeit am 6.2.2002 erklärt der Vorsitzende der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, Ulrich Finckh:

Bei unter 25jährigen ist der Anteil der jungen Männer unter den Arbeitslosen besonders hoch. Bei dieser Altersgruppe sind 60 % mehr Männer als Frauen arbeitslos, während im Gesamtdurchschnitt der Überhang an Männern nur 12 % beträgt.

Unsere Erklärung dafür ist die Wehrpflicht. Die Bundeswehr beruft nur noch einen Teil der Wehrpflichtigen ein. Die nicht Einberufenen bleiben bis zu ihrem 25. Geburtstag im Ungewissen und haben deshalb große Schwierigkeiten, Arbeit zu finden. Arbeitgeber fragen: Haben Sie gedient? Wird das verneint, weiß der Arbeitgeber, dass er mit der Anstellung des jungen Mannes das Risiko von dessen Einberufung eingeht und unter Umständen einen Arbeitsplatz lange Zeit freihalten muss. Statt die Wehrpflicht abzuschaffen und so diese Situation zu bereinigen, diskutiert unsere Gesellschaft Repressalien gegen jugendliche Arbeitslose.

Die Zahlen

Im Dezember 2001 waren nach Auskunft der Bundesanstalt für Arbeit arbeitslos in der BRD:


2.159.731 Männer (das sind etwa 12 % mehr als Frauen)
1.803.722 Frauen

Bei den unter 25jährigen waren es:

279.891 Männer (das sind etwa 60 % mehr als Frauen)
169.363 Frauen

Bremen, den 07. Februar 2002

 
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