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der Zentralstelle KDV

Anfragen in der 37. Kalenderwoche

09.09.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Am 13.11.2004 will die Sozialdemokratische Partei Deutschlands auf einem Fachkongress über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Welche Fragen und Sorgen haben aber die Wehr- und Zivildienstpflichtigen? Hier eine kleine Auswahl der Anfragen, die die Zentralstelle KDV in der 37. Kalenderwoche erreichten:

Werner Schulz*, Schleswig: "Ich bin mit meiner Ausbildung fertig und bis zum Ende des Jahres habe ich einen Zeitvertrag. Mit wurde von meinem Chef mitgeteilt, dass er mich übernehmen würde ab dem 1.1.2005. Habe mich riesig gefreut. Das Problem an der Sache ist, dass ich zum 1.1. Grundwehrdienst leisten soll. Ich würde diesen gerne nicht tun, da ich nicht sicher gehen kann, nach dem Grundwehrdienst den Arbeitsplatz zu bekommen. Dass die Firma nicht auf mich warten kann, wurde mir bereits mitgeteilt. Ich kann mich einfach darüber aufregen: Einerseits heult die ganze tolle Regierung rum wegen der vielen Arbeitslosen und dann machen die so was."

Bernd Rieche*, Finsterwalde: "Ich habe eine Ankündigung der Zivildienstheranziehung zum 1.11. bekommen. Am 15.10. werde ich mein Studium beginnen. Hatte Glück mit dem Studienplatz. Was muss ich tun? Ist es möglich, den Zivildienst zu verschieben? Den Studienplatz bekomme ich bestimmt nicht noch einmal."

Hans Wiese*, Rostock: "Mein Arbeitsvertrag läuft bis zum 30.9. Bis dahin wurde mir zugesagt, nicht herangezogen zu werden. Die Firma hat mir jetzt den Vertrag verlängert um ein weiteres Jahr. Meine Frage: Kann ich noch mal einen zweiten Zurückstellungsantrag (bis 30.9.2005) stellen? Der Grund ist, dass ich unbedingt mein Gehalt für die nächsten Monate brauche. Außerdem möchte ich dieses eine Jahr noch arbeiten, weil ich ab Oktober 2005 einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekomme. Wenn ich den habe, hab ich nichts dagegen, Zivi zu machen."

Die Wehrpflicht greift massiv in Ausbildung und Arbeitsverhältnisse ein. 80 % der Wehr- und Zivildienstpflichtigen, die im Zusammenhang mit Einplanung und Einberufung um Rat fragen, haben Angst, Arbeitsplatz oder Studienplatz zu verlieren. Trotz des Arbeitsplatzschutzgesetzes bedeuten die Einberufungsankündigung oder die Einberufung in vielen Fällen eben keine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder sogar die Kündigung des Arbeitsverhältnisses unmittelbar nach dem Ende des Wehr-/Zivildienstes.

*) Namen, Orte und Daten sind verändert.

 
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