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der Zentralstelle KDV

Wer sich um seinen Arbeitsplatz sorgt, darf nicht als Egoist beschimpft werden

20.09.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will am 13.11.2004 auf einem Fachkongress in Berlin über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Dazu erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen:

Die Zentralstelle KDV fordert die Wehr- und Zivildienstverwaltung auf, mehr Rücksicht auf die Arbeits- und Ausbildungssituationen junger Menschen zu nehmen.

In Gesprächen erfahren wir immer wieder, dass junge Männer ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie sich um einen Arbeitsplatz bewerben oder möglichst schnell eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen wollen. Sie berichten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kreiswehrersatzämtern und beim Bundesamt für den Zivildienst ihnen bei telefonischen Anfragen vorhalten, sie dürften als Wehr- und Zivildienstpflichtige nicht einfach Arbeit an- oder ein Studium aufnehmen. Sie hätten sich für den Wehr- oder Zivildienst zur Verfügung zu halten.

Vor dem Hintergrund der Arbeitslosigkeit in Deutschland und der Diskussion um Hartz IV zeigen solche Vorhaltungen, wie absurd die Wehrpflicht spätestens jetzt geworden ist. Während das Arbeits- und das Bildungsministerium sich darum bemühen, die Probleme des Arbeitsmarktes zu lösen und genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, bewerten die Wehr- und Zivildienstverwaltung Arbeitsmarkt- und Ausbildungsprobleme junger Männer als egoistisch.

Die Wehrpflicht ist nach Meinung der meisten Experten sicherheitspolitisch sowieso überholt. Als Auslaufmodell sollte sie jungen Menschen nicht auch noch Steine bei Ausbildung und Berufsbeginn in den Weg legen

 
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