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der Zentralstelle KDV

Anfragen in der 39. Kalenderwoche

Mitten im Semester werden wieder Studienplätze frei.

23.09.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Am 13.11.2004 will die Sozialdemokratische Partei Deutschlands auf einem Fachkongress über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Welche Fragen und Sorgen haben aber die Wehr- und Zivildienstpflichtigen? Hier eine kleine Auswahl der Anfragen, die die Zentralstelle KDV in der 39. Kalenderwoche erreichten:

Philipp Claus*, Cottbus: Ich habe mich intensiv um eine Zivildienststelle bemüht, wegen dem fehlenden Führerschein aber keine bekommen. Bei uns herrschen finanzielle Engpässe, weil beide Eltern arbeitslos sind. Damit ich nun nicht auch noch länger arbeitslos bin, habe ich mich für das Wintersemester 2004/05 eingeschrieben und besuche nun die Vorkurse. Das Amt für Zivildienst hat meinen Antrag auf eine Zurückstellung trotzdem abgelehnt. Wie kann ich mich schützen und mein Studium beginnen? Den Sozialbeitrag habe ich bereits gezahlt.

Christian Kramer*, Kassel: Ich habe heute einen Brief vom Kreiswehrersatzamt erhalten, in dem die Anhörung wegen der Einberufung zum 3.1.2005 steht. Ich möchte aber erst studieren und dann Wehrdienst leisten. Zum Wintersemester bin ich eingeschrieben und die Vorkurse laufen schon. Ich habe sofort beim Kreiswehrersatzamt angerufen und wegen der Zurückstellung gefragt. "Gib's nicht" war die Antwort. Stimmt das, oder wie soll ich vorgehen? Bitte helfen sie mir.

Helge von Oehsen*, Saarlouis: Ich studiere ab nächste Woche Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin. Hatte großes Glück und habe einen der 120 Studienplätze (bei über 500 Bewerbern) bekommen. Vor einigen Tagen kam die Einberufung zum Zivildienst, Ostsee-Klinik in Damp, Beginn 1.12.2004. In der Klinik sagte man mir, dass ich dort als Küchenhilfe vorgesehen bin. Bis Ende November studiere ich natürlich und dann steht mein Studienplatz leer. Ist es möglich, weil mit meiner Einberufung ein NC-Studienplatz leer stehen wird, Widerspruch gegen die Einberufung einzulegen. Wäre das ein geeigneter Grund?

Andre Münch*, Heidelberg: Ich habe im Juni an der Internationalen Uni in Bremen meinen Bachelor gemacht und will jetzt in Heidelberg den Master in Molecular and Cellular Biology machen. Das dauert noch einmal drei Semester und setzt mein Bremer Studium fort. Nun meint das Bundesamt für den Zivildienst, das sei ein neues Studium und sie könnten mich aus dem ersten Semester (mein siebtes ! Fachsemester) heraus einberufen. Ist das ein Witz oder ist das tatsächlich so geregelt?


Ab November, Dezember und Januar werden einige tausend Studienplätze, auch in zulassungsbeschränkten Studiengängen, durch Einberufungen zum Wehr- und Zivildienst wieder freigemacht. Nachrücken kann allerdings niemand mehr. So organisieren das Jugend- und das Verteidigungsministerium die Verknappung der Studienplätze und die Verlängerung von Studienzeiten. Einberufungen beim Übergang vom Bachelor- zum Master-Abschluss sind überhaupt nicht nachvollziehbar und werden viele Nachwuchswissenschaftler ins Ausland treiben. Auch wer - anders als wir - noch für die Beibehaltung der Wehrpflicht ist, wird kein Verständnis dafür haben, dass sie in Zeiten des Numerus Clausus Studienplätze blockiert oder ein zugesagtes oder gar begonnenes Studium durch Einberufungen künstlich verlängert und erschwert.

*) Namen, Orte und Daten wurden geändert.

 
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