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der Zentralstelle KDV

Der Wegfall des Zivildienstes schreckt nicht mehr

04.10.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will am 13.11.2004 auf einem Fachkongress in Berlin über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Dazu erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen: Mit dem Wegfall der Wehrpflicht, wie wir ihn fordern, würde auch der Zivildienst als Folge der Wehrpflicht entfallen. Viele fragen deshalb: Was wird mit den sozialen Dienstleistungen, die bisher durch Zivildienstleistende erledigt wurden? Die Antwort ist einfach: Sie werden nicht wegfallen, sondern durch andere Menschen erledigt.


Die angeblichen Probleme, die mit dem Wegfall des Zivildienstes einhergehen, sind längst durchdacht und gelöst. Es wird einen Mix geben aus neuen tariflich bezahlten Arbeitskräften, Mini-Jobbern, Freiwilligendienstlern und - eher selten - Ehrenamtlichen.

Dass es praktisch geht, zeigt schon die Entwicklung in den letzten Jahren. Vor vier Jahren waren knapp 140.000 Zivildienstleistende im Dienst, heute sind es knapp 75.000. 65.000 Mal ist es gelungen, Arbeiten, die bisher Zivildienstleistende erledigt haben, durch andere tun zu lassen.

Nur ein paar Beispiele, die das belegen:

In der Altenhilfe in Hannover wurden und werden Zivildienstplätze in Ausbildungsplätze für Altenpflegerinnen und Altenpfleger umgewandelt.

In Bremen wird die Begleitung behinderter Kinder in Regelkindergärten und Regelschulen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr erledigt.

Bundesweit werden die Aufgaben im Mobilen Sozialen Hilfsdienst, die überwiegend durch Leistungen der Pflegeversicherung finanziert werden, nun durch Vollzeit- und Teilzeitkräfte erledigt.

Essen auf Rädern - früher ein klassischer Zivildienstbereich - wird längst durch private Betriebe angeboten - meist mit Hilfe von Mini-Jobbern.

Und manche Kirchengemeinde, die mit dem Zivi die Nachbarschaftshilfe weitgehend überflüssig gemacht hatte, besinnt sich jetzt wieder darauf, dass das ehrenamtliche Miteinander und das gegenseitige "sich kümmern" einen eigenen Wert hat, der durch "Profi-Hilfe" nicht ersetzt werden sollte.

Der Zivildienst kann mit der Wehrpflicht wegfallen, einzelne soziale Dienstleistungen müssen dazu anders organisiert werden. Es wird aber weder eine Reduzierung noch eine Verteuerung des Angebotes geben.

 
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