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der Zentralstelle KDV

Ohne Wehrpflicht über 100.000 Arbeitslose weniger

01.10.2002 - Peter Tobiassen - Telefon: 0421/340025

Zu den Koalitionsverhandlungen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen:

Die Zahl der Arbeitslosen würde um weit mehr als 100.000 sinken, wenn die Koalitionsrunde den Ausstieg aus der Wehrpflicht beschließen würde. Die Wehrpflicht ist mindestens an zwei Stellen Ursache für Arbeitslosigkeit in erheblichem Umfang.

Im August diesen Jahres waren – laut Arbeitsmarktbericht der Bundesanstalt für Arbeit – bei den unter 25-jährigen 329.603 Männer (60 %) arbeitslos, aber "nur" 216.322 Frauen (40 %). Das weicht deutlich vom Verhältnis Männer (51 %) zu Frauen (49 %) ab, das sich bei allen anderen Arbeitslosen-Altersgruppen widerspiegelt. 51.000 Männer unter 25 Jahre waren im August über dem Durchschnitt arbeitslos.

Wesentliche Ursache für diese Zahlen scheinen wehrdienstbedingte Übergangsarbeitslosigkeiten zu sein, weil den Wehrpflichtigen Wartezeiten vor Beginn von Wehr- und Zivildienst sowie hinterher bis zur Aufnahme von Ausbildung oder Berufstätigkeit zugemutet werden. Sobald das Wehrpflichtalter (25 Jahre) überschritten wird, gleichen sich die Arbeitslosenzahlen dem Geschlechterverhältnis wieder an.

Ohne Wehrpflicht würde auch die Arbeitskraft von 110.000 Zivildienstleistenden im Sozialbereich ersetzt werden müssen. Rund 70.000 neue Arbeitsplätze könnten entstehen, wenn die bisher im Zivildienst eingesetzten Gelder zur Zahlung von Tariflöhnen verwendet werden. Da Zivildienstleistende überwiegend zu Hilfstätigkeiten herangezogen werden, können Arbeitsplätze für Menschen entstehen, die bisher wegen geringer Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen haben.

Die Zentralstelle KDV fordert die Verhandlungsteams von SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf, die Beendigung der Wehrpflicht im Koalitionsvertrag zu vereinbaren

 
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