Presseinformationens-Archiv
der Zentralstelle KDV

Engagementbereitschaft bei Jugendlichen

18.10.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will am 13.11.2004 auf einem Fachkongress in Berlin über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Dazu erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen:

Die Behauptung der Wehrpflichtbefürworter, nach der die Wehrpflicht das letzte Instrument sei, mit dem jungen Menschen Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwesen vermittelt werden könnte, ist haltlos. Das zeigen die Freiwilligensurveys von 1999 und 2004 nur zu deutlich. Wenn sich 35 % freiwillig engagieren, wird die Wehrpflicht mit den knapp 10 % durch sie erfassten Männer in der Frage des Engagements für die Gesellschaft zu einem Randphänomen.

Junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahre sind bürgerschaftlich engagiert. 35 % betätigen sich ehrenamtlich und sind damit stärker vertreten als die 26 bis 35- und die über 66-Jährigen. Das ergibt der Zweite Freiwilligensurvey 2004, dessen Ergebnisse am 1.10.2004 vom Jugendministerium vorgestellt wurden.

Nach der 14. Shell-Jugendstudie 2002 konnten 2 % der weiblichen Jugendlichen bis 25 Jahren ein Freiwilliges Jahr leisten, weitere 17 % hätten aber Interesse an einem solchen Jahr. Knapp 80.000 junge Frauen wären also freiwillig bereit, sich ein Jahr lang intensiv um soziale und ökologische Problembereiche unserer Gesellschaft zu kümmern. Mit Wegfall der Wehrpflicht dürfte das Interesse bei den Männern im gleichen Umfang entstehen. Die Politik muss also große Anstrengungen unternehmen, um das Angebot zur freiwilligen Mitarbeit von weit über 100.000 jungen Menschen annehmen zu können.

Freiwilliges Engagement ist unserer freiheitlichen Gesellschaft angemessener als der unter Androhung von Gefängnisstrafen erzwungene Wehr- und Zivildienst. Statt krampfhaft an der Wehrpflicht festzuhalten, sollte die Politik freiwilliges Engagement weit stärker als bisher fördern.

 
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