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der Zentralstelle KDV

Anfragen in der 44. Kalenderwoche

28.10.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Am 13.11.2004 will die Sozialdemokratische Partei Deutschlands auf einem Fachkongress über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Welche Fragen und Sorgen haben aber die Wehr- und Zivildienstpflichtigen? Hier eine kleine Auswahl der Anfragen, die die Zentralstelle KDV in der 44. Kalenderwoche erreichten:

Christian Andrees*, Leipzig: Eine weitere Ungerechtigkeit für Zivildienstleistende ist sogar gesetzlich festgelegt. Es betrifft die Übergangsfrist, in der Kindergeld zwischen Schulabschluss und Beginn des Zivildienstes gezahlt wird. Vorgesehen sind vier Monate. Innerhalb dieser Zeit sind Wehrdienstleistende bereits eingezogen. Auszubildende, die keinen Ausbildungsplatz finden, können diese Frist verlängern lassen (Studium dito). Bei Zivildienstleistenden ist eine Fristverlängerung grundsätzlich ausgeschlossen. Das ist eindeutig eine Ungleichbehandlung für Zivildienstleistende.

Ich habe vor einigen Monaten eine Klage eingereicht, weil mein Sohn zuerst eine Zivi-Stelle zum Oktober 2003 zugesagt bekam, sich der Termin auf Dezember verschob und er schließlich erst im Februar 04 seinen Dienst antreten konnte. Ich musste das komplette Kindergeld zurückzahlen. Die Argumente, die mir die Behörde entgegenhält, werden immer seltsamer: Er hätte z. B. vorher eine Lehre beginnen und dann unterbrechen können oder einen Antrag auf Ableistung des Zivildienstes nach Beendigung des Studiums stellen können - was aber nicht genehmigt worden wäre. Es scheint ein Problem zu sein, das häufig auftritt, aber bisher keine Öffentlichkeit hat.

Benjamin Bauer*, Leer: Ich bin zum Oktobertermin zum Bund gegangen und wurde noch ausgemustert. Ab dem 3.11.04 bin ich mit großer Wahrscheinlichkeit arbeitssuchend bzw. arbeitslos. Ich wollte fragen, ob ich jetzt noch eine Zivildienststelle antreten darf, da mir beim Bund gesagt wurde, dass ich jetzt auch keinen Zivildienst mehr machen muss. Wie lange dauert denn der Zivildienst, wenn ich im November anfangen würde?

Carsten Maier*, Hausen: Ich habe vor mehr als zwei Monaten meine Verweigerung und die dazu geforderten Materialien (Lebenslauf, etc) an das Kreiswehrersatzamt gesendet. Bei der Musterung hatte ich verweigert. Leider habe ich bis jetzt noch keine Rückmeldung erhalten. Nach meinen Informationen kann ich mich ohne Bestätigung der Kriegsdienstverweigerung nicht um einen Ziviplatz bewerben. Ich möchte jedoch so früh wie möglich meine Zivistelle gesichert wissen. Was kann ich tun, um noch mehr Zeitverzögerung zu vermeiden?

*) Namen, Orte und Daten wurden geändert.

Auch diese Anfragen zeigen, welchen Preis Wehrpflichtige und ihre Eltern für die Fortführung einer Wehrpflicht zahlen, die im Verteidigungsfall die Beteiligung von Wehrpflichtigen gar nicht mehr vorsieht.

 
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