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der Zentralstelle KDV

Die Anwerbung eines Zeitsoldaten über die Wehrpflicht kostet 116.200 Euro

01.11.2004 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will am 13.11.2004 auf einem Fachkongress in Berlin über die Zukunft der Wehrpflicht beraten. Dazu erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen:

Um im letzten Jahr 8.922 Zeitsoldaten aus dem Grundwehrdienst und dem freiwillig verlängerten Wehrdienst zu gewinnen, mussten gut 100.000 Wehrpflichtige diese Dienste antreten. Für sie wurden über eine Milliarde Euro Wehrsold und andere Leistungen gezahlt. Damit kostete die Gewinnung jedes einzelnen Zeitsoldaten über die Wehrpflicht rund 116.200 Euro.

Bei diesem Betrag sind die Standort- und Ausrüstungskosten ebenso wenig berücksichtigt wie die Bindung von Zeit- und Berufssoldaten für die Ausbildung der 91.000 Wehrpflichtigen, die sich nicht als Zeitsoldaten gemeldet haben. Würden diese Kosten eingerechnet, dürfte der Betrag deutlich über 130.000 Euro für jeden über die Wehrpflicht gewonnenen Zeitsoldaten steigen.

Die Fakten zeigen, dass die Gewinnung von Zeit- und Berufssoldaten über die Wehrpflicht nicht kostengünstig, sondern teuer ist.

(Die Fakten für 2003 im Detail: 91.308 Dienstantritte Grundwehrdienst, 9.337 Dienstantritte freiwillig verlängerter Wehrdienst; 11.700 Euro Personalkosten pro Grundwehrdienstleistenden und Jahr, 16.500 Euro Personalkosten pro freiwillig länger Wehrdienst Leistenden und Jahr; 8.922 Zeitsoldaten wurden aus dem Wehrdienst gewonnen, 10.218 Zeitsoldaten kamen direkt als Ungediente über die Freiwilligenbewerbung und 2.675 Zeitsoldaten wurden nach einer früheren Dienstzeit wieder eingestellt.)


 
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