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der Zentralstelle KDV

Freiwilliges Jahr wird nicht in jedem Fall auf den Zivildienst angerechnet

23.08.2005 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Auf den ersten Blick sieht alles ganz einfach aus. Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) macht, muss hinterher keinen Zivildienst mehr leisten. Das FSJ oder FÖJ wird auf den Zivildienst angerechnet (§ 14c Zivildienstgesetz). Aber nicht in jedem Fall. Das müssen immer wieder junge Männer feststellen, die sich ein Jahr lang freiwillig für Menschen oder Natur engagiert haben.

Die Bürokraten im Familienministerium haben eine Hürde eingebaut, die Laien leicht übersehen und auch den Fachleuten kaum verständlich ist. Eine Anrechnung des geleisteten freiwilligen Jahres ist nur möglich, wenn die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer bei der Unterzeichnung des FSJ/FÖJ-Vertrags schon vorlag. Wer unterschrieben hat, bevor er als Kriegsdienstverweigerer offiziell anerkannt ist, guckt in die Röhre. Sein Anrechnungsantrag nach dem Ende des Freiwilligen Jahres wird abgelehnt, er muss zusätzlich vollen Zivildienst leisten.

Wir empfehlen allen, die jetzt ein FSJ oder FÖJ machen und dieses auf den Zivildienst angerechnet bekommen wollen, sorgfältig zu überprüfen, wann die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer zugegangen ist und wann der Vertrag über das FSJ/FÖJ unterschrieben wurde.

Wenn die Vereinbarung über das FSJ oder FÖJ vor der KDV-Anerkennung unterschrieben wurde, hilft es möglicherweise nur noch, sich sofort an den Bundesbeauftragten für den Zivildienst (Dieter Hackler, Bundesbeauftragter für den Zivildienst, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Rochusstraße 8-10, 53123 Bonn, Tel.: 0228/930-2722, E-Mail: dieter.hackler@bmfsfj.bund.de) zu wenden, um eine Klärung herbeizuführen. Die Zentralstelle KDV gibt dabei Unterstützung.

Ob die Klärung zugunsten der Anrechnung auf den Zivildienst ausgeht, ist offen. In einer Reihe von Einzelfällen hat sich das SPD-geführte Ministerium bisher geweigert, das geleistete Engagement für Menschen und Natur anzurechnen.

 
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