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der Zentralstelle KDV

Wer Wehrpflichtige nicht mehr bezahlen kann, sollte einfach auf sie verzichten.

21.11.2005 - Peter Tobiassen - Telefon: 04453/9864888 Mobil: 0171/5081394

Zur beabsichtigten Streichung des Entlassungs- und Weihnachtsgeldes für Wehr- und Zivildienstleistende erklärt der Geschäftsführer der Zentralstelle KDV, Peter Tobiassen:

Die Zentralstelle KDV protestiert scharf gegen die geplante Streichung des Entlassungs- und Weihnachtsgeldes für Wehr- und Zivildienstleistende. Insbesondere das Entlassungsgeld dient dazu, den Übergang zurück ins Arbeitsleben oder in die Ausbildung zu ermöglichen. Der neunmonatige Dienst führt in vielen Fällen zu einer zwölfmonatigen Verzögerung bei der Ausbildung. Wer aus Zeitarbeitsverträgen heraus einberufen wird, wird am Ende des Dienstes in die Arbeitslosigkeit entlassen. Es ist ein Skandal, das diejenigen, die zwangsweise Arbeit oder Ausbildung unterbrechen müssen, am Ende des Dienstes ohne jede Überbrückungshilfe auf die Straße gesetzt werden. Damit kürzt der Bund das Gesamt-Netto-Einkommen (bei neun Monaten Dienstzeit 2.200 Euro Sold plus 690 Euro Entlassungs- und 170 Euro Weihnachtsgeld) für Wehr- und Zivildienstleistende um 28 %.

Schon 180 Millionen Euro könnten eingespart werden, wenn zum Zivildienst nur so viele Dienstpflichtige einberufen würden wie Wehrpflichtige zum Grundwehrdienst. Das ist deutlich mehr als mit der Streichung von Entlassungs- und Weihnachtsgeld erreicht wird. Statt die Dienenden schlechter zu behandeln, sollten lieber die Einberufungszahlen den finanziellen Möglichkeiten des Bundes angepasst werden.

Wer die Wehrpflicht nicht mehr finanzieren kann, muss auf sie verzichten. Der Spareffekt wäre ungleich höher. 1,5 Milliarden Euro günstiger als die Wehrpflichtarmee ist eine gleichleistungsfähige Bundeswehr mit freiwilligen Soldatinnen und Soldaten. Mit dem Wegfall des Zivildienstes würden 800 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingespart werden.

 
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